So machst du mehr aus deinem Solarstrom

22.08.2023

Mit Energiemanagementsystemen nutzt du deine PV-Anlage so, dass du noch weniger Strom aus dem öffentlichen Netz benötigst.

Das Foto zeigt eine Frau, die mit einem Smartphone in der Hand auf einem Dach voller Solarpanele steht.

Du möchtest bei deiner Stromversorgung regenerative Energiequellen nutzen, autark werden und Geld sparen? Eine eigene Photovoltaikanlage ermöglicht dir dieses Ziel. Sie lohnt sich dann besonders, wenn du möglichst viel von deinem Solarstrom selbst verbrauchst, statt ihn ins öffentliche Netz einzuspeisen. Um den Eigenanteil zu erhöhen, gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Ein Batteriespeicher sammelt ungenutzte Sonnenenergie und springt dann ein, wenn die Sonne nicht scheint.
2. Ein smartes Energiemanagementsystem steuert alle Geräte, deren Strombedarf zeitlich flexibel ist. Dazu gehören der Batteriespeicher, die Wallbox, die Heizungsanlage, die Klimatechnik und die Warmwasserbereitung.

Ein solches Energiemanagementsystem ist außerdem mit der PV-Anlage vernetzt. Es misst Einspeisung, Überschuss sowie Eigenverbrauch und optimiert automatisch die Energieverteilung. Über die Visualisierung können Nutzer und Nutzerinnen diese Energieströme jederzeit nachvollziehen.

Hier sind Kosteneinsparungen möglich

Heizung und Warmwasserbereitung können in Privathaushalten zu hohen Energiekosten führen. Wenn du Wärmepumpe und Heizstab mit Strom aus der eigenen PV-Anlage betreibst, musst du keine teure elektrische Energie von öffentlichen Versorgern beziehen. Produziert die PV-Anlage genügend Überschuss, steuert ein smarter Energiemanager die Wärmepumpe automatisch an. Ob eine Wärmepumpe angesteuert werden kann, signalisiert dir das „SG ready“-Label.

Von diesem Automatismus profitierst du auch, wenn der Energiemanager mit deiner Warmwasserversorgung gekoppelt ist. Dann aktiviert er einen oder mehrere Heizstäbe. Auf diese Weise kannst du überschüssige Sonnenenergie für die Wärmeproduktion verwenden und musst sie nicht ins Stromnetz fließen lassen. Der Hersteller Smartfox hat errechnet, dass sich der Eigenverbrauch in einem 4-Personen-Haushalt allein durch die Warmwasseraufbereitung auf 80 Prozent erhöht.

Die Kombination des Energiemanagers mit einer kompatiblen Ladestation verspricht einen ähnlichen Effekt: Je nach verfügbarer Strommenge reagiert die Wallbox und passt ihre Leistung an.

Die Grafik zeigt, dass ein smarter Energiemanager mit vielen Geräten im Haus vernetzt ist.

Das passiert, wenn die PV-Anlage keinen Strom produziert

Wenn die Sonne nicht scheint, erzeugt die PV-Anlage keinen Strom. Wer ein Energiemanagementsystem nutzt, hat damit kein Problem. In diesem Fall steuert der intelligente Energiemanager bei Bedarf den Batteriespeicher an oder greift auf Elektrizität aus dem öffentlichen Netz zu. Hierbei ist die Kombination mit einem zeitvariablen Stromtarif spannend. Solche Tarife werden allerdings bisher nur vereinzelt angeboten. Ist die Kombination aber möglich, kann das Energiemanagementsystem automatisch auf dynamische Stromtarife reagieren. So nutzt du Strom, wenn er günstig zur Verfügung steht.

In jedem Fall sorgen dynamische Lastmanagementfunktionen in Energiemanagementsystemen dafür, dass beispielsweise Ladestationen und Heizstäbe stufenlos abgeregelt werden, wenn diese die definierten Grenzen erreichen. Das verhindert Lastspitzen und spart Energiekosten.

So profitierst du

Weil Energiemanagementsysteme Hausbesitzer und- besitzerinnen darin unterstützen, Energie effizient zu nutzen, sind sie förderfähig. Es gibt zwei Optionen: Die steuerliche Abzugsfähigkeit sowie eine ergänzende Förderung, die beim BAFA beantragt werden kann.

Grundsätzlich ist der Profi eines Elektrofachbetriebes der richtige Ansprechpartner für den Einbau. Er weiß, welche Geräte sinnvoll zu vernetzen sind und darf die notwendigen Arbeiten am Zählerschrank ausführen.

Mit einem optimal eingerichteten Energiemanagementsystem, das den Überschuss deiner PV-Anlage intelligent verteilt, profitierst du in vielerlei Hinsicht: Du kannst auch in Zeiten, in denen keine Sonne scheint, den eigenen Solarstrom nutzen. Damit wirst du noch unabhängiger von externen Stromversorgern. Insbesondere wenn du für Heizung und Warmwasserzubereitung überschüssigen Solarstrom einsetzt, kannst du Geld sparen.