Kleinverteiler : Welcher ist der richtige?

20.06.2023

Kleinverteiler ordnen und strukturieren die Elektroinstallation. Wir sagen Dir, worauf Du bei der Auswahl achten solltest.

Das Foto zeigt einen Elektroinstallateur, der die Elektroanlage in einem Verteiler prüft.

Im Installationsverteiler oder Kleinverteiler sind alle Leitungen sortiert, gebündelt, zugeordnet und identifizierbar. Hier sind unter anderem Überstromschutzeinrichtungen und Fehlerstromkomponenten sowie Relais zur Aktivierung einzelner Stromkreise untergebracht. Für Kleinverteiler gilt die DIN EN 61439-1:2012 und deren Teile. Zu den Kleinverteilern zählen Stromkreisverteiler, Multimediaverteiler und solche, die beide Aufgaben kombinieren.

Welcher Kleinverteiler der passende ist, richtet sich nach den Aufgaben, die er erfüllen soll. Nach ihnen bemisst sich seine Größe und seine Ausstattung. Ein weiteres Kriterium ist der Montageort, weshalb Du unter Kleinverteilern für die Auf- oder Unterputzmontage wählen kannst.

Kleinverteiler darfst Du auch als Laie bestücken. Im Altbau steht der bereits installierte Verteiler allerdings in der Regel unter Spannung. Installations- oder Sanierungsarbeiten sind dann ein Fall für den Profi.

Achtung:

  • Den Anschluss der Elektroinstallation an das Versorgungsnetz darf nur ein eingetragener und vom zuständigen Versorgungsunternehmen lizensierter Elektromeister vornehmen.

Um herauszufinden, wie groß der Kleinverteiler sein soll, ist es notwendig, die Anzahl der Stromkreise sowie die vorhandenen und geplanten Geräte, die mit Elektrizität versorgt werden sollen, zu definieren.

Einzelne Wohnbereiche wie Küche und Bad, Wohn- und Esszimmer, Schlaf- und Kinderzimmer, Flure und Nebenräume sollten mindestens einen eigenen Stromkreis haben. Sie werden jeweils mit einem Leitungsschutzschalter (LS-Schalter) abgesichert. Leistungsintensive Haushaltsgeräte wie Geschirrspüler, Waschmaschine, Mikrowelle und Elektroherd benötigen einen eigenen Stromkreis sowie jeweils drei eigene Leitungsschutzschalter, um sie gleichzeitig nutzen zu können. Mindestens ein FI-Schutzschalter als Sicherung für die Gesamtanlage, für das Bad und für das Kinderzimmer ist Vorschrift.

Unser Tipp:

  • Es bietet sich an, auf eine Ausstattung mit Kommunikationsfeldern zu achten, welche die Schnittstellen für eine spätere Automatisierung des Hauses aufnehmen können. So lässt sich das Haus nachträglich in ein Smart Home umrüsten. Grundsätzlich ist es sinnvoll, bei der Auswahl des Verteilers darauf zu achten, dass Du auch Änderungen oder Ergänzungen ohne großen Aufwand vornehmen kannst.

Große Aufgabe klug aufgeteilt

Verteiler leiten die elektrische Energie in Haushalte. Von Niederspannungshauptverteilern (NSHV) fließt der Strom zu den Unterverteilern (NSUV) in einzelnen Gebäuden. Für normgerechte elektrische Anlagen in Gebäuden ist mindestens eine zentrale Unterverteilung vorgeschrieben. Ihr Platz ist meistens im Keller. Von diesem Unterverteiler werden selektiv alle Kleinverteiler, die Niederspannungsgruppenverteilungen (NSGV), angefahren.

In Einfamilienhäusern ist es üblich, Verteiler und Zählerplatz in einem gemeinsamen Verteilerkasten unterzubringen. In Mehrfamilienhäusern befinden sich in jeder Wohnung Kleinverteiler. Sie sind oft von den Zählerplätzen mit den Hauptsicherungen getrennt.

Stromkreisverteiler: Der Klassiker

Stromkreisverteiler regulieren die Stromverteilung in Gebäuden, indem sie die elektrische Energie zu den Endverbrauchern wie Schalter, Steckdosen, Lampen und Küchengeräte leiten. Die Aufgabe des klassischen Stromkreisverteilers ist es, kurze Leitungswege zu gewährleisten. Mit einem gut platzierten Stromkreisverteiler lassen sich Spannungsverluste verhindern und Kosten sparen.

In Wohnhäusern mit mehreren Parteien werden in der Regel Stromkreisverteiler als separate Unterverteiler in jeder Wohnung oder jedem Stockwerk installiert. Sie sind mit dem Hauptverteiler des Gebäudes verbunden.

Wohnungen profitieren von einem eigenen Stromkreisverteiler, weil nur der Wohnungsnutzer selbst Absicherungen vornehmen kann. Für unbefugte Personen ist ein solcher Unterverteiler dagegen nicht zugänglich.

In Wohngebäuden mit mehreren Wohneinheiten lässt sich die Elektroinstallation über Etagenverteiler klar strukturieren und voneinander abgrenzen. Dies hat einen weiteren Vorteil: Fällt der Strom bei einer Störung aus, betrifft dies nur die jeweiligen betroffenen Bereiche und nicht das gesamte Gebäude.

Multimediaverteiler

Multimediaverteiler bieten Platz für Kommunikationskomponenten wie Router, Switch oder Telefonanlagen, die übersichtlich auf segmentierten Lochblechen montiert werden können. Der Multimediaverteiler volta ist beispielsweise bereits ab Werk für den Aufbau von strukturierten Netzwerkverkabelungen vorbereitet: Jede Steckverbindung besitzt ein eigenes Patch-Panel und in allen Verteilern ist eine Dreifachsteckdose mit drehbaren Töpfen und erhöhtem Berührungsschutz montiert.

Hybrid-Kleinverteiler kombinieren die Eigenschaften des Stromkreisverteilers mit denen des Multimediaverteilers. Hier kannst Du die Strom- und Datenversorgung auf engem Raum unterbringen.

Klein aber oho

Die Größe von Kleinverteilern ist nach DIN 43880 standardisiert. Weil die Rahmen je nach Hersteller und Modell unterschiedlich ausfallen und keine eindeutigen Informationen darüber geben, was wirklich in den Verteiler passt, wird die Kapazität eines Verteilers in Teilungseinheiten angegeben. Die Norm einer Teileinheit ist mit 18 mm festgelegt. Dieses Maß bestimmt die Anzahl der Reihen bzw. Hutschienen auf denen die genormten Installationsgeräte wie Leitungsschutzschalter aufgesteckt sind. Auf einer Reihe haben zwölf Teilungseinheiten Platz. In Kleinverteilern sind bis zu fünf Reihen angeordnet. Insgesamt enthält ein Kleinverteiler höchstens 60 Platzeinheiten.

Auch der vertikale Abstand der Installationsreihen ist genormt. Er beträgt 150 mm. Wenn große Leitungsquerschnitte untergebracht werden sollen, kannst Du den Abstand auch vergrößern.

Die Grafik zeigt die Anordnung von Schalt- und Sicherungselementen in einem Kleinverteiler.

Folgende Schalt- und Sicherungselemente sowie das nötige Zubehör werden auf Hutschienen installiert:

  • Beleuchtungstransformatoren
  • Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtung
  • FI-Schutzschalter
  • Klingeltransformator
  • Leitungsschutzschalter
  • Meldeleuchten
  • Messwandler
  • Reihenklemmen
  • Relais
  • Schalter
  • Schmelzsicherungen
  • Schütze
  • Schutzkontaktsteckdosen
  • Selektiver Leitungsschutzschalter
  • Speicherprogrammierbare Steuerungen und andere Automationskomponenten
  • Stromstoßschalter
  • Treppenlichtautomat
  • Überspannungsschutz
  • Zeitschaltuhr

Installation des Kleinverteilers

Es empfiehlt sich, bei der Planung der Elektroinstallation das gesamte Gebäude und seine Struktur im Blick zu haben, um die Anzahl und Position der einzelnen Unter- und Kleinverteiler festzulegen. Ein übersichtlicher Plan an der Innentür oder an einem anderen Ort im zentralen Unterverteiler erleichtert die spätere Orientierung bei Wartungsarbeiten. Verteiler werden in Sichthöhe und leicht zugänglich positioniert.

Achtung:

  • Eine Vielzahl von DIN-Normen und DIN VDE Vorschriften regeln die Elektroinstallation in Wohngebäuden. Ihre Aufgabe ist es, Sicherheitsstandards und Brandschutz zu gewährleisten. Diese Standards gelten auch für den Einbau aller Komponenten und elektrischer Betriebsmittel.

Das sind die Regeln:

  • Im Wohnungsbau werden Kleinverteiler der Schutzklasse II nach DIN VDE 0603-1 (VDE 0603-1). Für Stromkreisverteiler in Wohngebäuden gilt außerdem DIN 18015-2.
  • Die Verdrahtung eines Elektroinstallationsverteilers für Einfamilienhäuser wird nach DIN 43870-3 bis zu einer Bemessungsstromstärke von 63 A ausgelegt und mit einer feindrahtigen Kupferader mit Querschnitt von 10 mm² vorgenommen. Bei einer Bemessung bis 100 A gilt ein Mindestquerschnitt von 16 mm². Die Leitungsenden werden auf der Zählerseite mit 18 mm langen Aderendhülsen nach DIN 46228 versehen oder mit gleichwertiger mechanischer Vorkehrung geschützt.
  • Die beschrifteten Leitungen und Kabel sind sorgfältig abisoliert und übersichtlich verlegt. Kreuzungen verschiedener Kabel sollten vermieden und möglichst wenige Drähte gebündelt werden, um die Gefahr einer Wärmebildung zu senken.

Achtung:

  • Elektroinstallationen, die unsachgemäß durchgeführt werden, können zu Überspannungen, Stromschlägen, Kurzschlüssen oder Kabelbränden führen. Im Ernstfall besteht Lebensgefahr.

Passend für jede Wand

Um Kleinverteiler sicher zu montieren, ist es wichtig, den Wandaufbau zu kennen. Für Hohlwände benötigst Du beispielsweise spezielle Anker wie sie volta Kleinverteiler von Hager besitzen.

Kleinverteiler für die Unterputzmontage sind mit einem verzinktem Mauerkasten ausgestattet.

Für die Aufputzmontage bieten sie Kabeleinführungsmöglichkeiten von oben, unten und von der Rückseite. Beim Hersteller Hager sind sie beispielsweise serienmäßig pro Feldbreite oben mit einem integrierten, bündig abschließenden Membranflansch ausgestattet.

Kleinverteiler sind standardmäßig schutzisoliert. IP44 gilt als Standard für eine sichere Nutzung im Innenbereich. Größere oder feuchte Räume mit mehreren Stromkreisen erfordern oft eine größere Anzahl von Schutzschaltern und Verteilern mit höherer Schutzklasse.

Für den Einbau gut vorbereitet

Kleinverteiler sind wichtig beim Aufbau der Elektroinfrastruktur. Hersteller, die große Erfahrung in der Elektroinstallation besitzen, wissen, worauf es ankommt: Sie liefern Verteiler mit individuellen und variantenreichen Ausstattungsmerkmalen, die alle Anforderungen erfüllen.

Etliches Zubehör, das die standardmäßigen Ausstattungsmerkmale erweitert, deckt eine große Bandbreite von Installationssituationen in Einfamilienhäusern, in Gebäuden mit mehreren Wohneinheiten und kleineren Bürogebäuden ab.

Viel Spaß bei Deinem Projekt wünscht Dir Raphael, Elektrotechnikermeister bei Voltus.

Ein Foto von Raphael, Elektrotechnikermeister bei Voltus