Energiezähler : Kleine Messgeräte, großer Nutzen

27.04.2023

Um die Wirksamkeit Deiner Energie optimieren zu können, musst Du zunächst den aktuellen Zustand überblicken. Wie viel Strom erzeugst Du mit Deiner Photovoltaikanlage und wofür wird er verbraucht? Wir erklären Dir, welche wichtige Rolle Energiezähler dabei spielen.

Elektrische Energie mit Energiezählern optimal verwalten

Ja, Strom kommt immer noch aus der Steckdose. Was sich jedoch ändert, ist unser Bewusstsein von Elektrizität: Sie ist uns viel wert. Wir möchten nicht nur wissen, woher sie kommt und wie sie erzeugt wird, sondern auch, dass sie uns dann zur Verfügung steht, wenn wir sie benötigen. Energiezähler helfen dabei, erzeugte Energie zu messen und sie zu organisieren. Sie sind Voraussetzung für ein persönliches Energiemanagement, das die Energieeffizienz erhöht und die Autarkie stärkt.

Autark leben

Wenn Du Deinen Energiebedarf komplett allein decken kannst und Du unabhängig von einer externen Strom- oder Wärmeversorgung bist, hast Du eine vollständig autarke Energieversorgung erreicht.

Selbst mit einer leistungsstarken Photovoltaikanlage ist diese echte Autarkie schwer zu erlangen, denn Du bist nicht automatisch unabhängig von externen Versorgern. Saisonal bedingt kann zwischen Deiner erzeugten Energie und Deinem Spitzenbedarf eine Lücke klaffen: Während Deine PV-Anlage im Sommer einen Überschuss produziert, musst Du kalte und dunkle Winterstunden überbrücken, indem Du die fehlende Strommenge von externen Versorgern einkaufst.

Näher kommst Du einer echten Autarkie, wenn Du neben einer PV-Anlage auf weitere technische Lösungen wie Wärmepumpen und Stromspeicher zurückgreifst und den selbst produzierten Solarstrom effizient nutzt.

Dein Streben nach Effizienz

Der Weg zur Autarkie führt über Effizienz: Du erreichst sie, wenn Dein Haus möglichst wenig Energie benötigt und die Komponenten der Haustechnik wie Photovoltaikanlage, Wärmepumpe und Stromspeicher optimal aufeinander abgestimmt arbeiten.

Förderfähig sind Digitalisierungsmaßnahmen zur Verbrauchsoptimierung im „Efficiency Smart Home“. Dazu zählen:

  • intelligente Messsysteme, sogenannte Smart Meter
  • System- und Schalttechnik
  • Tür-, Antriebs- und Energiemanagementsysteme
  • Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik

Auch die Kosten der dafür notwendigen Elektroarbeiten und Einregulierungen werden gefördert. Grundlage der Förderung ist die seit dem 1. Januar 2021 in Kraft getretene „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG). Bis zu 20 Prozent der Anschaffungskosten für energieeffizientere Technik werden übernommen. Erfolgt die Anschaffung im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans für das Gebäude, sind es sogar 25 Prozent.

Wichtig ist, dass die Anträge vor dem Abschluss eines Auftrags gestellt werden. Verpflichtend ist auch die Einbindung von Energieberatern. Deren Kosten können über die Baubegleitung gefördert werden. Antragsberechtigt sind Eigentümer, Pächter, Mieter und Kontraktoren.

Grundlage jeder Effizienz sind zuverlässige Daten. Energiezähler messen, wie viel Elektrizität Deine Photovoltaikanlage erzeugt und wie viel Strom die einzelnen Geräte Deines Haushalts verbrauchen. Was nutzt Dir das? Energiezähler, die auf einem KNX-System basieren und mit weiteren Sensoren sowie Aktoren vernetzt sind, unterstützen Dich bei der Analyse und Optimierung Deines Energieverbrauchs.

Du bist Dein Energiemanager

Eine Grafik zeigt die drei Ebenen des Energiemanagements in Pyramidenform.
Quelle: baunetzwissen.de

Energiemanagement im Überblick

Dein Energiemanagement kannst Du Dir wie eine Pyramide vorstellen: Auf der untersten Ebene steht Dein Feldbussystem, beispielsweise KNX. Hier sind verschiedene Sensoren und Aktoren miteinander verbunden. Ihre Aufgabe ist es, Informationen aufzunehmen und Schaltsignale für Steuerungen auszuführen. Auf dieser Ebene werden die unterschiedlichen Werte generiert. Hier ist auch der Energiezähler angesiedelt, der die erzeugte und verbrauchte Elektrizität misst.

Auf der zweiten Ebene werden diese Werte in Beziehungen zueinander gesetzt und interpretiert. Hier kannst Du Prozesse initiieren, aus denen sich Automatisationen entwickeln: Nutzt Du beispielsweise die Wettervorhersage, werden definierte Geräte nur dann eingeschaltet, wenn die Stromversorgung über Deine Photovoltaikanlage gesichert ist und Du keine Energie aus öffentlichen Netzen einkaufen musst.

Gleiches gilt auch, wenn Du eine Wattzahl für die eingespeiste Energie hinterlegst. Sagt Dir der Energiezähler, dass dieser Wert erreicht ist, kann in einem KNX-System mithilfe eines Schaltaktors beispielsweise die Wallbox freigeschaltet oder die Waschmaschine in Gang gesetzt werden. An der Spitze der Pyramide stehst Du, der die gewonnenen Daten kontrolliert und organisiert.

Das ist Dir Energie wert

Energiezähler ermöglichen es Dir zudem, Deine Stromkosten zu verwalten. Ordnest Du den Verbrauch- und Einspeisemengen bestimmte Preise zu, kannst Du zum einen nachverfolgen, wie viel Du mit einem effizienten Energiemanagement einsparst. Zum anderen erfährst Du, wie viel Geld Deine Photovoltaikanlage erwirtschaftet, wenn Du Strom ins öffentliche Netz einspeist. Energiezähler machen Dich unabhängiger. Sie führen Dir vor Augen, dass Du mit wertvoller Energie eigenverantwortlich umzugehen verstehst.

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