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Welcher ist der beste KNX Tastsensor für Standard-Anwendungen?

Diese Frage stellt sich im Zuge eines KNX-Projektes so mancher Bauherr, Systemintegrator oder Elektriker.

Lange Zeit hat das „Loch in der Wand“ den Schalterherstellern „gehört“ und nur von ihnen wurden Tastsensoren verkauft. Zwar gab es immer schon Hersteller wie z.B. MDT oder Basalte, die tolle Design-Tastsensoren hergestellt haben, aber diese waren nicht für den konventionellen Schalterrahmen konstruiert und waren sowohl preislich, als auch funktional oftmals oversized.

Nachdem wir von Voltus innerhalb von regionalen Projekten der Wohnungswirtschaft bei diversen Workshops mitgewirkt hatten, war klar, dass es unabdingbar ist, einen sowohl kostengünstigen, als auch dennoch hochwertigen Tastsensor haben zu müssen und nicht auf Tasterschnittstellen zu gehen. Es soll möglich sein überall, anstelle von konventionellen Taster und Schaltern, diese KNX-Sensoren einsetzen zu können und trotzdem preislich attraktiv zu sein.

Unseren Wunsch zu diesem Taster konnte zunächst Lingg&Janke für erfüllen und hat nach unseren Vorgaben mit dem eco+UP Tastsensor 4fach den ersten wirklich preiswerten Tastsensor auf den Markt gebracht, der das Potential hat ein Dauerrenner zu sein.

Lingg&Janke Tastsensor
LINGG&JANKE Tastsensoren im Shop

Nur wenige Monate später hat nun MDT ihrerseits nachgezogen und hat mit dem Glastaster light eine einfachere Variante ihres Beststellers, dem Glastaster II smart, sowie den Taster light auf den Markt gebracht. In diesem Blog-Beitrag schauen wir uns den Taster light näher an.

MDT Taster light
MDT Tastsensoren im Shop

Welchen Taster soll man nun nehmen?

Nun hat man also die Qual die Wahl. Welcher Taster von beiden ist der „Beste“?

Schauen wir uns hierzu ein paar Punkte an, auf die es ankommt. Zu den Kriterien zählen das Sortiment und Flexibilität, die Applikation und die Hardware an sich mit Montage und Bedienung

Sortiment und Flexibilität

Lingg&Janke
Auf dem ersten Blick fällt auf, dass man bei Lingg&Janke zunächst aus drei verschiedenen Tastern auswählen kann. Optisch ist zwischen den Geräten kein Unterschied, daher muss man auf die Details in der Bestellnummer achten.

Den Taster gibt es als sogenannten Satellit, also als Taster mit vier potentialfreien Kontakten für 24V, als KNX-Sensor und als KNX-Sensor mit Temperatur- und Luftfeuchtigkeit. Ob nun der KNX-Sensor mit einer 1fach- oder 2fach-Wippe (Serienwippe) zum Einsatz kommen soll lässt sich in der Applikation einstellen.

Die Wippen zu den drei Taster-Varianten sind als Zubehör, mit verschiedenen Aufdrucken und Kunststofffarben, erhältlich, lassen sich sehr einfach montieren und somit schnell an das vorhandene Schalterprogramm und die Funktion anpassen.

MDT
Bei MDT gibt es zunächst zwei Varianten jedes Light-Tasters. Sowohl der Glastaster light, als auch der Taster light sind als Variante mit oder ohne Temperatursensor verfügbar. Einen Luftfeuchtigkeitssensor gibt es generell nicht.

Anders als beim Lingg&Janke ist der Light-Taster eine fertige Einheit, d.h. man hat eine Vielzahl an Ausführungen, was die Aufdrucke angeht. Auch die Entscheidung, ob es eine 1fach- oder 2fach-Anwendung ist muss vorab gefallen sein. Das hat zwar alles den Vorteil, dass man das wichtige Zubehör nicht vergessen kann, sorgt aber auch dafür, dass man schon bei der Bestellung wissen muss, welche Funktionen man darstellen und umsetzen möchte anhand der Wippen. Für Unentschlossene, gibt es die 1fach- und 2fach-Ausführung auch blanko.

Applikation

Lingg&Janke
Bei Lingg&Janke wirkt sowohl die Applikation, als auch die Bezeichnung der Kommunikationsobjekte etwas altbacken im Vergleich zum MDT. Das hängt u.A. daran, dass Lingg&Janke wahrscheinlich eine bereits vorhandene Standard-Applikation nur so geringfügig modifiziert hat, das sie mit dem Taster funktioniert.

Das tut der Funktion der Applikation und dem Ergebnis zwar nichts, aber es fühlt sich nicht so innovativ an.

MDT
Fast schon zum guten Ton gehört bei MDT eine extrem durchdachte und vor allem moderne Applikation. Neben den normalen Funktionen wie Schalten, Dimmen, Jalousie usw. hat MDT eine sehr aufwändige Wert-Steuerung in die Applikation eingebaut, so können u.A. auf einer Taste bis zu vier Szenen abgelegt werden, die man durch mehrmaliges Betätigen dieser Wippe aufrufen kann. Aber auch das Schalten, bzw. Jalousiesteuerung hat MDT etwas weitergedacht. Mit der innovativen Gruppensteuerung, lassen sich mit einem extralangen Tastendruck gesonderte Werte zu einer etwaigen Gruppenfunktions-Gruppenadresse senden, um z.B. anstelle eines einzelnen Rollladens, beim extralangen Tastendruck alle Rollläden eines Raumes steuern zu können.

Diese Funktionen lassen dem versierten KNX-Programmierer neue und einfachere Möglichkeiten in der Raumsteuerung zu.

Die Hardware, Montage und Bedienung

Wenn man sich beide Taster in die Hand nimmt, fällt auf, dass MDT ein kompaktes, geschlossenes Gehäuse besitzt, beim Lingg&Janke schaut man auf die einzelnen Elektronikbausteine auf der Platine. Beides kann man jetzt gut oder schlecht finden, aber am Ende, im eingebauten Zustand, sieht man eh nur noch die Wippe. Was beide Taster gemeinsam haben, ist die extrem flache Bauform, die genügend Platz in der UP-Dose lässt.

Lingg&Janke
Der Lingg&Janke besteht aus zwei Haupt-Komponenten zzgl. Wippe. Alle drei Teile werden einfach aufeinander gesteckt. Das Unterteil, der eigentlichen Busankoppler, wird direkt auf die Schalterdose montiert. Das erspart zwar einen Haltering, jedoch heißt es auch, dass man den ganzen Taster abschrauben muss, um an die Busklemme und Programmiertaster zu kommen.

Lingg&Janke hat großen Wert auf ein schönes Klickgeräusch und einem angenehmen Tastgefühl. Und in der Tat, es fühlt und hört sich gut an. Vorallem auch, weil die Wippe nachgibt und man die Wippe auch sehr gut ertasten kann.

MDT
Ganz anders wieder beim MDT. Zur Montage kommt der gewohnte Tragring aus Kunststoff zum Einsatz, in den der Taster eingerastet wird. Eine kurzfristige Demontage des Tasters ist zu jeder Zeit möglich.

Das Tastgefühl hat MDT leider nicht so gut getroffen wie Lingg&Janke. Der Druckpunkt fühlt sich im direkten Vergleich undefinierbar an und ein Klickgeräusch ist kaum wahrnehmbar. Auch ist beim 2fach-Taster die Wippe aus einem Stück gefertigt. Das kann dazu führen, dass man aus Versehen einmal beide Wippen gleichzeitig betätigt.

Grundsätzlich bei beiden Tastern gilt: Wenn sie erst einmal montiert und programmiert sind, sehen beide super aus – schlicht und einfach.

Bei Standardfarbe Reinweiß ist der Farbton bei beiden sehr gut getroffen und die farblichen Unterschiede halten sich zu einem Gira-, Merten- oder Jung-Rahmen sehr in Grenzen, so dass man sie nicht störend wahrnimmt. Bei Lingg&Janke sind zudem auch noch die Farben Aluminium und Anthrazit verfügbar, was ihn wiederum etwas flexibler macht.

Hier trennen sich die Geister und es fällt in die Kategorie „Geschmacksache“

Kommen wir zu den echten Hardware-Features.

Lingg&Janke
Wie schon kurz erwähnt, hat der Lingg&Janke in der größeren Ausführung einen integrierten Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor. Vor allem der Luftfeuchtigkeitssensor ist sehr interessant und bietet mit nur wenigen Klicks in der Applikation die Möglichkeit den aktuellen Wert zur relativen Luftfeuchtigkeit auf den Bus senden zu können. So etwas, war noch nie in einem Tastsensor in dieser Preisklasse zu finden.

Ausserdem ist der Lingg&Janke in Wirklichkeit ein 4fach-Tastsensor mit zusätzlichen 4fach-Binäreingang. Auf der Rückseite können nämlich vier weitere potentialfreie Taster, z.B. der o.g. Satellit oder Reed-Kontakte, angeschlossen und so auf den Bus gebracht werden. Wenn man sich so die Einzelfunktionen zusammenrechnet, kann der Taster somit die ein oder andere Tasterschnittstelle an einem Fenster ersetzen. Das ist echt eine super Sache.

MDT
Der MDT ist da etwas konservativer. Er kann genau das, wozu er konstruiert wurde und flexibel erweitern lässt sich leider nicht. Dafür hat er RGBW-Status-LEDs in den Wippen, die oftmals beim Lingg&Janke vermisst werden. Hier hat man nun eine Vielzahl an Möglichkeiten, die LEDs optimal auf seine Bedürfnisse anzupassen. Wie schon geschrieben, ist in der größeren Variante des Tasters ein Temperatursensor integriert.

Unser Fazit

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es den absolut perfekten Taster zwischen den Beiden nicht gibt.

Der MDT punktet klar bei der Applikation, die Auswahl und Flexibilität hat aber Lingg&Janke besser gelöst. Pfiffige Details bieten beide Taster.

In einem Schalterrahmen eingebaut sehen beide Taster unauffällig und einfach zu Bedienen aus. Hierbei fügen sie sich beide hervorragend in das gewohnte Bild des Schalterprogrammes ein.

Am Ende vom Tag muss man für sich selbst wissen, was man in seinem Anwendungsfall benötigt und welcher Punkt zu der gewünschten Lösung führt.

LINGG&JANKE Tastsensoren im Shop
MDT Tastsensoren im Shop