Famose Dose:
So installierst Du Gerätedosen

Dosen sind für die Elektroinstallation unverzichtbar. In der Wand verborgen, beherbergen sie alle Leitungen und Vorrichtungen, um Haushaltsgeräte, Leuchten und Netzwerke mit Strom und Daten zu versorgen.

Mauerwerk oder Hohlwand?

Du möchtest bei der Elektroinstallation in Deinem Zuhause selbst Hand anlegen? Dosen für Leitungen und Kabel darfst Du auch als Laie montieren. Auch Kabelschlitze kannst Du als Laie fräsen und in ihnen Leitungen verbauen. Für das Anschließen der Schalter, der Steckdosen, Geräte, Leuchten und Netzwerke ist aber der Profi gefragt.

Zunächst solltest Du Dir darüber im Klaren sein, in welcher Art Wand Du arbeitest. Ist es eine gemauerte Wand oder eine Gipskarton- oder Holzwand? Danach richtet sich die Art der Dose, des Werkzeugs und der Montage.

Unterputzdosen werden grundsätzlich im Mauerwerk installiert, Hohlwanddosen in Leichtbauwänden, egal ob aus Gipskarton oder Holz.

Unser Tipp:

  • nicht vergessen: Sicherheitsvorschriften beachten und die PSA (Persönliche Schutzausrüstung) wie Handschuhe, Hörschutz, Schutzbrille sowie Atemschutz zum Bohren verwenden

Vorbereitung

Bevor Du daran gehst, Löcher und Schlitze in die Wand zu klopfen, brauchst Du einen Plan. Dieser beinhaltet alle Positionen, an denen Du Steckdosen, Schalter, Leuchten und Geräte vorsiehst. Wenn Du bereits eine Vorstellung davon hast, wo sich später Möbel befinden, ist das von Vorteil. In Deiner Küche solltest Du genau wissen, wie hoch die Arbeitsflächen sind.

Das brauchst Du:

  • Wasserwaage
  • Bleistift
  • Maßband

Unser Tipp:

  • Kreuzlinienlaser nutzen
  • im Trockenbau: Multilinien-Laser, die eine umlaufende 360°-Horizontal-Linie zum Markieren, Ausrichten und Übertragen von Höhen im ganzen Raum erzeugen, verwenden

Dein Plan basiert auf den vorgeschriebenen Installationszonen. Sie gelten für die Anordnung von unsichtbar verlegten Leitungen und Kabeln sowie von Auslässen, Schaltern und Steckdosen elektrischer Anlagen. Beachte, dass Leitungen in Wänden nur senkrecht oder waagerecht verlegt werden dürfen. In Feuchträumen wie dem Badezimmer gibt es gesonderte Vorschriften und Installationszonen, die sogenannten Schutzbereiche.

Nach DIN 18015-3:2016-09 gelten folgende Vorzugsmaße bei der Verlegung von Leitungen innerhalb von Gebäuden:

Grafik zeigt die Installationszonen, in denen elektrische Leitungen verlegt werden dürfen.

Weil elektrische Leitungen nur in vorgeschriebenen Installationszonen verlegt werden dürfen, verringert sich die Gefahr, sie bei späteren Montagearbeiten an der Wand zu beschädigen.

Waagerechte Installationszonen

  • 15 bis 45 cm über dem Fußboden
  • 100 bis 130 cm über dem Fußboden
  • 15 bis 45 cm unter der Deckenbekleidung

Senkrechte Installationszonen

  • an Türen im Bereich 10 bis 30 cm
  • an Fenstern im Bereich 10 bis 30 cm
  • an Wandecken im Bereich 10 bis 30 cm

Vorzugshöhen für Schalter und Steckdosen

  • 105 cm über der Fußbodenfläche – außer in Küchen oder Hauswirtschaftsräumen
  • 30 cm über der fertigen Fußbodenfläche

Unser Tipp:

  • Dosen-/ Schaltermitte zugrunde legen, um Abstände zu Türen, anderen Bauteilen, Decke und Boden zu messen

Abstand Schalterdosen

Der Abstand zwischen zwei Steckdosen oder Schaltern ist genormt und liegt bei 71 mm bis 72 mm, gemessen von Mitte zu Mitte. Lichtschalter werden meistens untereinander platziert, Steckdosen dagegen nebeneinander.

Du kannst maximal fünf Steckdosen oder Schalter neben- und untereinander platzieren, da alle gängigen Hersteller maximal genormte 5-fach Rahmen im Programm führen. Verwendest Du diese Rahmen, kannst Du die Abstände zwischen zwei Dosen oder Schaltern exakt einhalten.

Hast Du Deinen Installationsplan angefertigt, überträgst Du die jeweiligen Positionen auf das Mauerwerk oder auf die Leichtbauwand.

Dosen für Unterputz und Hohlwände

Foto zeigt eine Unterputz- und eine Hohlwanddose.

Gerätedosen für Unterputz (schwarz) und für Hohlwände (orange)

Gerätedose: zur Installation von Geräten wie Steckdosen, Schaltern, Dimmern und anderen elektrischen bzw. elektronischen Bauteilen wie Unterputz-Radios und Lautsprechern.

Elektronikdose: zur Installation von Geräten, verfügt über eine zusätzliche Kammer zur Installation von elektronischem Zubehör wie beispielsweise einem Schaltaktor.

Foto zeigt Elektronikdosen für Unterputz und Hohlwände.

Elektronikdosen für Unterputz (schwarz) und Hohlwände (orange)

Foto zeigt Verbindungskästen für Unterputz und Hohlwände sowie ihre Abdeckungen

Verbindungskästen für Unterputz (schwarz) und Hohlwände (orange)

Verbindungskasten: geeignet zur Verbindung von mehreren Leitungen und verschiedenen Stromkreisen. Als Zubehör sind Trennwände, Klemmblöcke und DIN-Schienen möglich. Im Inneren können beispielsweise auch Reihenklemmen und Reiheneinbaugeräte platziert werden.

Wandleuchten-Anschlussdose (Schiffchen): dient zum Anschluss von Wandleuchten. Da die meisten Wandleuchten einen recht kleinen Anschlussraum bzw. Sockel besitzen, wäre eine konventionelle Gerätedose in vielen Fällen zu groß. Die Wandleuchten-Anschlussdose ist nur 32 mm breit und daher leicht zu verdecken.

Wandleuchten-Anschlussdose, auch Schiffchen genannt.

Foto zeigt Brand- und Schallschutz-Gerätedosen.

Brand-/Schallschutz-Gerätedosen für Unterputz (schwarz) und Hohlwände (rot)

Brand-/Schallschutz-Gerätedosen: werden überall dort installiert, wo es besondere Anforderungen an den Brandschutz oder den Schallschutz gibt.

Abgeschirmte Gerätedose: für Installationen, bei denen es darauf ankommt, elektromagnetische Strahlung zu vermeiden. Die leitfähige Beschichtung der Dosen dient als Störschutz und mindert Aus- und Einstrahlung von Störquellen mit überwiegend elektrischem Wechselfeld. Um die gewünschte Funktion zu erfüllen, wird zu jeder Dose ein Funktionserder mitgeführt und an der Dose angeschlossen. Über den Funktionserder wird mögliche Strahlung abgeleitet.

Abgeschirmte Gerätedose für Unterputz (schwarz) und Hohlwände (orange)

Dosen ausschließlich für Unterputz

Foto zeigt eine Verbindungsdose.

Verbindungsdose für Unterputz

Verbindungsdose: dient zur Verbindung von Leitungen. Als Zubehör wird ein Universal-VDE-Deckel oder ein Federdeckel benötigt.

Dosen ausschließlich für Hohlwände

Universal-Einbaugehäuse: geeignet für den Einbau von Geräten ohne Befestigungspunkte für Gerätedosen. In dieses Gehäuse können beispielsweise Displays oder Leuchten installiert werden, die nicht in eine Gerätedose passen. Das Gehäuse ist werkseitig mit einer Faserplatte verschlossen. In die Faserplatte wird eine für das gewünschte Gerät geeignete Öffnung geschnitten und dann das Gerät montiert. Das Gerät wird mittels Schrauben (max. 3,5 x 15 mm) direkt an der Faserplatte befestigt.

das Foto zeigt ein Universal-Einbaugehäuse.

Universal-Einbaugehäuse für Geräte ohne Befestigungspunkte

das Foto zeigt eine Gerätedose, die in Dämmmaterialien halt findet

Gerätedose für gedämmte Innenwände oder Außenfassaden

Gerätedosen für gedämmte Innenwände oder Außenfassaden: spezielle zur Installation in Systemen der Wärmedämmung. Sie finden in der meist porösen und weichen Wärmedämmung Halt.

Welche Größe soll die Dose haben?

Die Durchmesser der Unterputzdosen und Hohlwanddosen sind auf Ø 68 mm genormt. Die Einbautiefe variiert zwischen 35 mm und 73 mm.

Neben der Tiefe der Unterputz- und Hohlwanddosen variieren auch die Möglichkeiten, wie Du mehrere Dosen miteinander verbinden oder nebeneinander platzieren kannst: Einige Modelle bieten die Möglichkeit zur Verbindung über einen Kamin. Eine weitere Option ist der Kauf von 2- bis 5-fach Ausführungen. Damit kannst Du mehrere Schalter, Steckdosen oder Geräten wie Antennen- oder Telefondosen einbauen.

Unser Tipp:

  • tiefe Gerätedosen nutzen, um Kabel bequem unterzubringen

Montage von Unterputzdosen

Das brauchst Du:

  • Mörtel oder Gips
  • Spachtel
  • Pinsel
  • Dosensenker mit Diamant Bohrkrone
  • Optional: Hammer und Meißel, um Bohrlöcher zu korrigieren oder Wand- und Mauerreste im Bohrloch zu entfernen.

Unser Tipp:

Du hast die Position Deiner Unterputzdose mit einem Kreuz festgelegt? Dann benötigst Du einen Diamant Dosensenker oder eine Lochsäge mit einer Bohrkrone, die als Aufsatz auf die Bohrmaschine für Betonwände (ca. 2000 Watt) aufgeschraubt wird. Im Mittelpunkt dieser Bohrkrone befindet sich ein Zentrierbohrer, den Du auf die Mitte des Kreuzes setzt. Nun bohrst Du etwa 8 mm mit dem Zentrierbohrer vor. Danach hält die Bohrkrone besser. Bohre das Loch für die Unterputzdosen in gemauerten Wänden ein paar Millimeter (5-10 mm) tiefer und breiter als die Unterputzdose. Das erleichtert die Montage.

Nutze für das Einsetzen der Unterputzdose Elektrikergips. Dieser ist leicht anzuwenden und härtet schnell aus. Möchtest Du mehrere Dosen gleichzeitig setzen, ist Putzgips die richtige Wahl, denn er trocknet langsamer, und Du hast etwas mehr Zeit. In Nassräumen und Bädern sowie im Außenbereich solltest Du dagegen Zement zum Fixieren nutzen.

Klemmfix von Kaiser bringt viele Vorteile: Das Hilfsmittel erspart Dir das Eingipsen und erleichtert Dir die exakte Montage.

Gipslose Montage mit KLEMMFIX®

So gehst Du vor:

  1. Kabeleinführung der Dose aufbrechen
  2. Loch im Mauerwerk anfeuchten
  3. Gipsplomben einsetzen
  4. nur so viel Gips verwenden, dass die Dose hält
  5. die Dose waagrecht in die Öffnung drücken
  6. nun den Gips oder Mörtel aushärten lassen. Wurden bereits Leitungen verlegt, kannst Du diese nach dem Aushärten in die Dose ziehen
  7. Steckdosen, Schalter oder Geräte setzen, mit den Kabeln verbinden und mithilfe der Schraubdome auf den Unterputzdosen befestigen
  8. bei Steckdosen zum Schluss die Abdeckungen setzen und festschrauben, zum Beispiel die genormten Mehrfachrahmen

Unser Tipp:

  • 82 mm Löcher erleichtern das Ausrichten und sind für Kombis, Antennen-, TK, Netzwerk und KNX sehr gut geeignet
  • Kaiser Klemmfix verwenden, um Platz zu gewinnen und um ein Leerrohr einzufügen
  • einzelne Dosen vor dem Einsetzen verbinden oder eine Mehrfachdose nutzen

Montage von Hohlwanddosen

Das brauchst Du:

Eine Hohlwanddose hält nur dann gut, wenn das Bohrloch exakt zum Durchmesser der Dose passt. Dafür benutzt Du einen Dosenbohrer mit Metallkranz oder eine Profi-Lochsäge.

Hohlwanddosen werden mit integrierten Metallhaken oder Klemmschrauben befestigt, denn sie können nicht eingegipst werden. Achte darauf, das Bohrloch nicht zu groß zu machen, denn spätere Korrekturen mit Gips oder Mörtel sind nicht möglich.

Unser Tipp:

  • Klemmschrauben nicht linksherum drehen, sonst fallen die Klemmbacken in die Wand
  • winddichte, 60 mm tiefe Gerätedosen in Häusern mit Lüftungsanlage und in Holzhäusern verwenden, weil sie eine ungewollte Luftzirkulation vermeiden und die Wärmedämmung nicht beeinträchtigen
Foto zeigt eine Hohlwanddose mit gekennzeichneten Klemmschrauben und -backen.

So gehst Du vor:

  1. Kabeleinführung der Dose aufbrechen
  2. Kabel schon jetzt durch die entstandenen Öffnungen einführen
  3. Hohlwanddose in das Bohrloch senken. Nun mit den Befestigungskrallen oder dem Drehen der Klemmschrauben mithilfe eines Schraubenziehers die Hohlwanddose fixieren
  4. um mehrere Dosen mit Tunnel zu verbinden, ist jetzt der richtige Zeitpunkt
  5. Steckdosen, Schalter oder Geräte setzen, vom Profi mit den Kabeln verbinden lassen und mit den Geräteschrauben auf den Gerätedosen befestigen. Dabei keinesfalls die Befestigungskrallen der Geräte benutzen, da diese die Dosen beschädigen
  6. die Abdeckungen festschrauben

Unser Tipp:

  • Bohrschablone für Hohlwanddosen erleichtert die Bohrung
  • praktisch: die Wasserwaage mit Magnet von STABILIA zum Ausrichten der Steckdosen, Schalter und Geräte
  • einzelne Dosen schon vor dem Einsetzen verbinden
  • Stege oder Tunnel für mehrere neben oder übereinanderliegende Hohlwanddosen in den Dosen als Verbindungen verwenden

Viel Spaß bei Deinem Projekt wünscht Dir Raphael, Elektrotechnikermeister bei Voltus.

Ein Foto von Raphael, Elektrotechnikermeister bei Voltus